Prinzipien der ewigen, eucharistischen Anbetung

  1. Die ewige eucharistische Anbetung wird möglich, wenn die Gläubigen, vor allem die Laien, das Allerheiligste Sakrament, das Tag und Nacht in einer Monstranz ausgestellt wurde, ohne Unterbrechung anbeten. (Außer am Karfreitag, Karsamstag, während der Hl. Messe und während anderer Veranstaltungen (Müttergebet, Frauengebet, Proben, Konzerte, Kirchenputz etc.)
  2. Die ewige Anbetung ist ein Geschenk Gottes an seine Kirche für unsere Zeit. Wenn dieses Geschenk als solches willkommen geheißen wird, bringt es der Gemeinschaft große spirituelle Vorteile und wird zu einer Quelle der Hoffnung für die Zukunft und wird zu einer Quelle von Früchten und Gnaden. Wenn die Gläubigen sich verpflichten, abwechselnd zu beten, kann die Anbetung nicht als private Andacht verstanden werden, sondern wird zu einem universellen Gebet:
    “Jeder, der zum Erlöser betet, zieht die ganze Welt mit ihm und erhebt sie zu Gott. Jene, die vor dem Herrn stehen, erfüllen daher einen eminent wichtigen Dienst. Sie stellen all jene hin vor Christus, die ihn nicht kennen oder weit von ihm entfernt sind: Sie halten Wache in seiner Gegenwart zu deren Gunsten.” (Brief von Johannes Paul II. an Erzbischof Albert Houssiau, Diözese Lüttich, anlässlich des 750. Jahrestages des Fronleichnamsfestes)
  3. Die ewige Anbetung ist keine Bewegung, sondern eine Aktion der Kirche, die vom Lehramt ermutigt und gefordert wird. (Siehe den Brief der Kongregation für den Klerus, in dem die geistliche Mutterschaft der Priester durch das Gebet gefördert wird. Die ewige Anbetung wurde bereits in Redemptionis Sacramentum (#134, 136, 140, 141) gefordert und in Sacramentum Caritatis (#66, 67).
  4. Daraus folgt, dass die ganze Kirche durch ihre Pfarreien und die kirchlichen Bewegungen berufen ist, daran teilzunehmen.
  5. Die Einführung der ewigen eucharistischen Anbetung kann entweder in einer Stadt auf Bitten des Bischofs oder in einer Pfarrei auf Bitte des Pfarrers organisiert werden.
  6. Die ewige Anbetung der Eucharistie soll nicht andere, existierende Formen der Anbetung oder andere Orte der Anbetung ersetzen. Im Gegenteil, die Erfahrung zeigt, dass dort wo die ewige Anbetung etabliert ist sie sich auch in den umliegenden Pfarreien weiter verbreitet.
  7. Die ewige Anbetungskapelle ist eine Oase des Friedens, aus der die Gläubigen neue Kraft schöpfen. “Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.” (Mt 11, 28) und machen in der göttlichen Gegenwart eine Pause von der Hektik ihrer Aktivitäten: “Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin” (Ps 46, 11).
  8. Die Gläubigen sind eingeladen, sich für eine wöchentliche Gottesdienststunde anzumelden. Dank ihrer Treue kann die Anbetungskapelle für jeden, der vorbeikommt geöffnet bleiben. Als eifrige Hüter der Eucharistie, wachen sie darüber, dass sie das Allerheiligste nie allein lassen.
  9. Durch die ewige Anbetung ruft der Herr von seinem eucharistischen Aufenthaltsort aus jeden zu kommen, ohne jegliche Ausnahmen.
  10. Die Personen sind einzeln gerufen, an der ewigen Anbetung teilzunehmen. Hiermit antworten Sie zuerst und frei auf das erste Gebot: “Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen” (Mt 4, 10). Dann gilt für jeden Anbeter: “Der Akt der Anbetung außerhalb der heiligen Messe verlängert und intensiviert, was in der liturgischen Feier selbst getan wurde.” (Benedikt XVI., Sacramentum Caritatis, Nr. 66)
  11. Das einzige und ultimative Ziel der ununterbrochenen Kette von Anbetern ist die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes Tag und Nacht. Durch die ewige Anbetung bringt die Gemeinschaft die Ehre und den Ruhm dem, dem sie gebührt: “Würdig das Lamm, das geschlachtet ist, Macht zu empfangen Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Lob und Herrlichkeit” (Offb 5, 12) in einer “unaufhörlichen Anbetung” (Offb 7, 15) für “alles, was er für unser Heil getan hat”. (Offb 5, 9).
  12. Obwohl die Menschen einzeln gerufen sind, formen sie eine Bruderschaft der Eucharistie, eine Gemeinschaft des Glaubens und der Liebe rund um Jesus in der Eucharistie, Sakrament und Band der Einheit.
  13. Das Anbetungsgebet findet in Stille statt und unterstreicht die Majestät der göttlichen Gegenwart (shekina), die ein Klima des Gebets und des Respekts für die anwesenden Gläubigen fördert. Es fördert auch die Innerlichkeit, dem Herrn zuzuhören und eine authentische Begegnung mit ihm ermöglichen.
  14. Die Personen, die berufen sind, als Verantwortliche der Anbetung zu handeln, stehen immer im Dienst der Kirche. Mit großer Sorgfalt wachen sie einerseits über das reibungslose Funktionieren der ewigen Anbetung, indem sie sicherstellen, dass die Kette der Anbetung ununterbrochen bleibt und andererseits nehmen sie gemeinsam mit dem Pfarrer an der Weiterbildung ihrer anbetenden Brüder und Schwestern teil.