Die Anbetung des Allerheiligsten Sakramentes außerhalb der Messe ist eine sehr alte Tradition in der Kirche. Unser Glaube an die wirkliche Gegenwart Jesu in der Eucharistie ist ihr Fundament:

  1. Du hast diese Kapelle betreten, in der Du Jesus im eucharistischen Sakrament begegnest. Lass ihn nun in Dein Herz, den innerlichsten Teil deiner Seele eintreten.
  2. Es ist still um Dich herum. Ruhe nun in Dir selbst. Werde still, beruhige alle Stimmen in Dir. Lauf nicht weg, lauf nicht den nutzlosen Gedanken nach. Gib Deine Probleme, Deine Sorgen und Deine Ängste Jesus ab. Kümmere Dich in dieser Zeit der Anbetung um Ihn, und er kümmert sich um Dich – viel besser, als du es jemals selbst tun könntest. Bitte um die Gnade der Hingabe und des Vertrauens.
  3. Schau auf Jesus in der heiligen Eucharistie. Lass Dein Herz sprechen. Beginne den zu lieben, der Dich zuerst geliebt hat.
  4. Bete nicht nur mit den Lippen. Bleibe bei den Worten stehen, die Du aussprichst. Vermeide es, eine Seite nach der anderen zu lesen. Versuche, in ein inneres Sprechen mit dem Herrn, in ein Herzensgebet zu kommen. Wähle einen Psalmvers, einen Satz aus dem Evangelium, ein einfaches kleines Gebet und wiederhole es in Deinem Herzen – sanft und kontinuierlich, bis es zu Deinem eigenen Gebet, Deinem eigenen Schrei und Deinem eigenen Bittgebet wird.
  5. Verbringe nicht die ganze Zeit damit, zu trauern oder einfach nur zu fragen. Gehe über zur Danksagung. Anstatt nur darüber nachzudenken, was Dir fehlt, bedanke Dich auch für das, was Du bist und was Du geschenkt bekommen hast. Und danke bereits für das, was Dir morgen gegeben wird.
  6. Wenn Du müde wirst oder abgelenkt bist hab Mut. Wenn Dir das bewusst wird, beginne einfach wieder, Deinen Herzens- und Seelenzustand mit Ihm zu teilen. Bitte Ihn um die Hilfe des Heiligen Geistes, dass Er Dich in Deiner Schwachheit unterstützt, dass Er in Dir immer lebendiger wird.
  7. Jesus ist nicht nur das Zentrum der Kirche, er will auch im Zentrum Deiner eigenen Existenz stehen. Wenn Du Ihn ansiehst, hilft er Dir immer wieder neu, den Schritt vom “Ich” zum “Du”, den Schritt vom eigenen Willen zur Hingabe und zur Übergabe an seinen Willen zu gehen.
  8. Das Allerheiligste ist feierlich ausgesetzt. Empfange das Licht, das von Seiner Gegenwart ausgeht. Wie die Sonne den Schnee erwärmt und den Schnee zum Schmelzen bringt, so wird Er auch alles Erstarrte in Deinem Innern zum Schmelzen bringen und alle Dunkelheiten in Dir erhellen…, wenn Du Dich Ihm aussetzt.
  9. Der dreifaltige Gott verbirgt sich in einem einfachen und armseligen Stückchen Brot. Er will ganz persönlich zu Dir kommen, um Dich in Deiner Armut und mit Deinen Schwächen heil zu machen. So kann er Dich auch lehren, die Armut und Schwächen Deiner Mitmenschen anzunehmen.
  10. Du bist in der Stille. Bleib in der Stille! Die Mutter Gottes hilft Dir auf dem Weg. Sie führt Dich immer direkt zu ihrem Sohn. Sie hilft Dir zu verstehen, in der Betrachtung ihres Sohnes Jesus im Allerheiligsten Sakrament des Altares auch die Gegenwart der Heiligsten Dreifaltigkeit zu entdecken. So wirst Du auch die Worte des Psalms 34 erfahren dürfen: “Die auf ihn blicken, werden strahlen…“

(nach Pfarrer Philippe Blanc, Monaco, übersetzt aus dem Französischen)